TTM – EIN BLICK HINTER DIE KULISSEN

oder: Ein kurzer Einblick in die Gedankenwelt der TTM-Organisatoren bei der Erstellung des Ruleset für 2019.

Es ist vollbracht: Das „Tabletopmasters 2019 Regelwerk“ ist erstellt, veröffentlicht und vermutlich schon von Euch gelesen worden. Wir hätten zu Beginn auch nicht geglaubt, dass es weit mehr als 100 Arbeitsstunden kosten würde, bis alles durchgesprochen und entschieden ist. Wenn man sich als geneigter Turnierspieler die fertigen Regeln so anschaut, kann man kaum die Arbeit dahinter erkennen. Doch natürlich kommt es vor, dass man sich die Frage stellt, warum diese Entscheidung so und nicht anders getroffen wurde.

In diesem Artikel möchten wir Euch für wenige Zeilen entführen in unsere Gedankengänge und Euch einige unserer Entscheidungen und die damit zusammen gehörenden Entscheidungsprozesse näherbringen. Damit fällt es Euch vielleicht leichter, den von uns vorgeschlagenen Weg für das TTM-Turnierjahr 2019 mit zu gehen.

Zunächst noch einmal ein fettes Dankeschön an die hunderte von Beiträgen, Kommentare, Hinweise, Tipps, Anmerkungen etc., die Ihr uns im Verlauf der vergangenen Saison habt zukommen lassen.

Und wir haben zugehört!

Die Diskussion um die Special Detachments aus Vigilus Defiant ist uns allen noch lebendig vor Augen. Aber schauen wir doch mal genauer hin:

Tabletopmasters steht auch im Jahr 2019 für Turniere möglichst nah am Regelwerk von Games Workshop. Es gibt nur geringe Eingriffe in die Missionen der GW Publikationen und diese haben wir nur insoweit vorgenommen, damit Turniere spiel- und vergleichbar bleiben (wir alle wissen, dass 40k „eigentlich“ von Games Workshop nicht als Turniersport konzipiert wurde). Dementsprechend haben wir die bekannten Missionen aus den alten Büchern, aber auch die fetten, neuen Chapter Approved 18 Missionen ausgewertet und ein buntes Potpourri zusammen gestellt. Da wir wissen, dass Teile der Community sehr gerne Mahlstrommissionen spielt, werden wir auch im nächsten Jahr zumindest teilweise Mahlstrommissionen auf Tabletopmasterturnieren spielen. Bis zu 6 Karten können jetzt vor Beginn des Spiels abgeworfen werden, sodass wir unsere Regel: „Nicht erfüllbare Missionen können abgeworfen werden“, aus dem 2019er Regelwerk gestrichen haben. Wir wissen sehr genau, dass damit unverändert auch das Glück beim Kartenziehen eine Rolle spielen kann, sind aufgrund Eurer vielen Kommentare jedoch der Auffassung, dass dies für Euch einen ganz besonderen Reiz des 40k-Spiels ausmacht und für viel Freude am Tisch sorgen kann.

First Blood wurde von TTM noch nie gespielt, wie GW es geschrieben hatte. Uns wundert es daher wenig, dass First Blood durch die neue Regel First Strike überschrieben wird. In der Tertiärmission bringen wir zusätzlich mit Blood Bath eine an Armeepunkten orientierte Kill-Mission ein und finden, dass damit dem tödlichen Charakter des Spiels Genüge getan ist (und finden dies im übrigen auch fairer, als das Vernichten von Einheiten zu zählen: Vielen erschloss sich nie, warum ein toter Leutnant soviel wert sein soll wie ein explodierter Castellan!). Die reine Killpoint-Mission a la Stand& Shoot gehört der Vergangenheit an.

Ein Kritikpunkt von Euch war die 20:0 Wertungsmatrix. Wir haben diesbezüglich mit vielen Menschen gesprochen und der Tenor war stets: Ich will am Ende eines Matches auch sehen können, dass ich gekämpft habe. Allerdings müssen wir unverändert anerkennen, dass GW Missionen stets nach dem Sieg-Unentschieden-Niederlage (SUN) Prinzip konzipiert. Wir hoffen, mit den Kombimissionen sowohl einen Kompromiss als auch progressiven Schritt nach vorne gemacht zu haben. Konnte in 2017 noch eine Ballerburg Armee hinten sitzen bleiben, alles in Grund und Boden schießen , um sich im letzten Zug auf die Eternal War Marker zu platzieren und damit genug Punkte für den hohen Sieg zu holen, da alle Punkte auf einen Haufen geworfen wurden, ist dies jetzt nicht mehr möglich. Selbst, wenn jemand die Primärmission abschenken muss, kann er doch noch wertvolle Punkte in der Sekundär- und Tertiärmission holen, um vielleicht sogar das Unentschieden zu retten oder wenigstens nicht zu hoch zu verlieren. Und da in jeder Teil-Mission auch ein Unentschieden möglich ist, haben wir eine gerade Missionspunktzahl gewählt, da man diese durch Zwei teilen kann. Und um noch einen drauf zu legen, haben wir ganz bewusst Mission für Mission nach dem Kriterium: Aktive  (die aus dem Missionspool I) oder eher passive Mission (Missionspool II), ausgewählt. Wir wissen auch, dass es manche Armeen schwerer haben, Fieldcontrol schnell aufzubauen; deswegen fordern wir im Missionsdesign alle Orgas auf, bei den Primärmissionen ständig zwischen Missionspool I und II zu wechseln, damit jede Armee einmal ihre besonderen Stärken ausspielen kann. Wir erwarten in der neuen Saison mit dieser Maßnahme (und dankenswerterweise aufgrund der Punktereduzierungen des Chapter Approved 2018) deutlich flexiblere und buntere Listen

Mindestens genauso laut war die Kritik über die Armeegröße. Für einige Spieler, wie auch Orgas, sind 2000 Punkte eine Menge Holz. Wir selbst finden 2000 Punkte unverändert megageil, sie stehen für TTM. Aber gerne laden wir Euch ein, den regionalen Vorlieben entsprechend selbstständig zu entscheiden. Nun kann jede Orga frei zwischen den drei Alternativen: 1500, 1750 und 2000 Punkten wählen und dennoch dürfen sich die Spieler sicher sein, wertvolle Punkte für das lockende TTM Finale sammeln zu können. An den Missionen und der Detachment-Anzahl wollen wir nicht rütteln; sie sind für uns Herzensangelegenheit, weil sie die Turniere und deren Ergebnisse erst vergleichbar machen.

Zuletzt möchten wir noch darauf eingehen, dass wir uns auch dem Thema Zeitspiel gewidmet haben. Die überwiegende Mehrzahl aller Spieler und Orgas hat überhaupt kein Problem mit Zeitspiel und das finden wir alle großartig. Auch wenn TTM für kompetitives Turnierspiel steht, so ist es dennoch ein Hobby, dem wir uns alle mit Hingabe widmen, um Freude zu gewinnen. Absichtliches Zeitspiel, um sich einen Vorteil zu Lasten des Mitspielers zu verschaffen, hat nichts im TTM verloren.  Dies wird nicht geduldet und daher sanktioniert. Aber wir wollen auch nicht, dass die von uns formulierten Regeln missbräuchlich verwendet werden. Daher haben wir uns entschlossen, mit klarer Zeitvorgabe – 50% für jeden Spieler- und den aus Amerika stammenden Vorschlag des “Dice Down” in unsere Turnierszene einzuführen. Wenn es (unabsichtlich)  dennoch einmal vorkommt, dass jemand die Zeit überzieht, verliert er damit nicht automatisch und der andere Spieler kann dennoch in seiner eigenen Zeit weiterspielen. Wir halten dies für eine gute Regel im Sinne einer “Win-Win-Situation”.

Nun ist es an uns allen, das Spiel auch in 2019 mit Leben zu erfüllen. Wir selbst freuen uns wirklich sehr auf die Gefechte mit dem neuen Missionsdesign. Wir hier in der TTM-Orga sind jedenfalls von dem Ruleset überzeugt. Wir hoffen, Ihr auch!

In der Midsaison werden wir mit Eurer Hilfe darüber nachdenken, ob das Regelwerk unser aller Hobby nach vorne gebracht hat oder was geändert werden muss, um noch mehr Freude am kompetitiven Spiel zu entwickeln. Helft uns mit. Wir freuen uns auf Eure Beiträge 🙂

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