ZEITSPIEL IM 40K

Einleitung

Ich postuliere: Zeit spielt eine fundamentale Rolle in einem Turnierspiel.

Niemand käme je auf den Gedanken, in Abrede zu stellen, dass Zeit bei einem Schachspiel eine Rolle spielt. Jeder, der sich schon einmal eine Weltmeisterschaft angeschaut hat, wird das Bild schwitzender, hoch konzentrierter Champions wie Magnussen oder Kasparow verinnerlicht haben, die in höchster Zeitnot noch einen von Theoretikern als bombensicher beurteilten Sieg in ein Unentschieden versauten. Häufig retten sie sich über die Zeitkontrolle mit ein paar unwichtigen Zügen, um mit der Zeitgutschrift nach dem 40. Zug die notwendigen Ressourcen zur Berechnung komplexer Stellungen zu erwerben.

Aber auch in unserem Leben durften wir schon oft genug erkennen, dass Zeit eine Rolle spielt. Hätte der Mann nicht gehetzt, hätte die Frau bestimmt nicht das Geburtstagsgeschenk auf dem Nachttisch vergessen; hätte der Sohnemann nur 10min mehr Zeit gehabt, wäre es keine 5 in Mathe geworden; hätte der Mann im Quiz auch nur 10sec mehr Bedenkzeit gehabt, ….

Ihr wisst, worauf ich hinaus will. Warum also wehren wir uns so, eine Zeitmessung in einem 40k Turnierspiel einzuführen? Die Diskussion ist beileibe nicht neu und wurde 2012 bspw. als Regel auf einem großen Turnier angewandt:

Erfahrungen mit der Schachuhr. 2012 beim 40Mac durch General Grundmann

https://www.gw-fanworld.net/showthread.php/174363-11-12-8-M%C3%BCnster-Unlimited?highlight=schachuhr

Die Anfänge der Diskussion liegen noch länger zurück, leider scheint bei Gw-Fanworld das Archiv vor 2012 gelöscht worden zu sein. Meiner Erinnerung nach war ich der Erste, der mit einer Schachuhr auf ein Turnier gefahren war, einfach, um es mal auszuprobieren.

Warum spielt die Zeit eine immer größere Rolle im Turnierspiel?

Zunächst einmal ist festzuhalten, dass man heutzutage dank der Formationen, Punktereduzierungen im Codex mehr Püppchen, inklusive dem Beschwören im Spiel oder Drohnenabkoppeln, und Sonderregeln für 1850 Punkte bekommt als früher. Mehr Puppen zu bewegen kostet mehr Zeit, die Berücksichtigung der Sonderregeln schlagen auch zu Buche. Dazu kommen mehr Psikräfte und deren Auswirkungen auf das Spiel. Ständig muss der Spieler überlegen, welche Psikraft in der aktuellen Spielsituation die angemessene sein könnte.

Der meiner Meinung nach wichtigere Grund ist aber die Professionalisierung des Turnierspielers. Die vielen Podcasts, Livestreams, Turnierteilnahmen und Artikel im Netz sorgen dafür, dass sich Spieler weiterbilden und fehlerbewusster sind als noch vor einigen Jahren. Die Aufstellungsphase ist wichtig, so dass ein Deathrat schon mal 45 min braucht, bis alle Genestealer stehen. Die Bewegung ist wichtig, so dass ein PanzerMaik nur in die 4. Runde kommt, weil die Figuren akurat gespaced sein und die Sichtlinien überprüft werden müssen, die Schussphase ist wichtig, so dass ein Big40Mac nicht über die 3. Runde raus kommt, weil die Schussprioritäten richtig getroffen werden müssen, die Markerlights optimal ausgenutzt etc. Ich will hier keinen persönlich angreifen, ich habe bewusst drei unserer Finalisten des TTM heraus gegriffen, ich könnte Dutzende weiterer Beispiele herausgreifen, mich eingeschlossen.

Wir wollen also Fehler vermeiden, deswegen denken wir länger nach, überprüfen nochmal und deswegen werden wir nicht fertig mit dem Spiel.

Ich behaupte, dass es Armeen gibt, die von einem nicht fertigen Spiel eher profitieren als andere. Und ich behaupte, wenn es gleichstarke Armeen sind, dann spielt das Glück in nur drei Runden eine viel größere Rolle als wenn man 6 Runden spielt. Wer zieht die Mahlstromkarten, mit denen man viele Punkte holen kann? Und wieder keine Karte gezogen, die man schaffen kann. Jeder von uns kennt diese Situation. Hätte ich noch eine weitere Runde gehabt, hätte ich ihn auslöschen können, aber wir sind nicht über die 4. Runde raus gekommen. Wer bitteschön kennt keine solcher Beispiele??

Erst, wenn jeder mit seiner eigenen Zeit spielt, wird sich heraus stellen, wer bei ähnlich starken Armeen der bessere Spieler ist, weil der bessere Spieler unter Druck die nachhaltigeren Entscheidungen treffen kann. Im Schach wird der Leistungsstärke Rechnung getragen, in dem bei unterschiedlich starken Spielern Zeitboni für den Schwächeren gewährt werden.

Nachteile bei Einführung der Schachuhr

Welche Argumente werden einem entgegen geworfen und was sind denn tatsächlich veritable Gründe, sich gegen Zeitmessung auszusprechen?

  • Wäre noch nie so gewesen, war schon immer so, warum was ändern?

Dass wir Menschen grundsätzlich konservativ sind, habe in einem anderen Artikel bereits erwähnt. In einem Spiel, dessen Firma alle 14 Tage neue Supplements und Regeln raus bringt, neuerdings sogar mit nachhaltigem Eingriff in die bisherige Spielmechanik (ich verweise auf den Ynnari-Artikel), an die wir uns anpassen müssen, kann die Angst vor Veränderung (meiner persönlichen Meinung nach) nur schwerlich als Begründung herhalten.

 

  • Bei Nicht-Drücken der Schachuhr entstünden offensichtliche Nachteile. Besonders Anfänger seien davon betroffen.

Es stimmt, dass man sich selbst benachteiligt, wenn man seine Uhr nicht drücken würde, weil ja das eigene Zeitkonto weiter reduziert wird, während der andere am Zug ist. Allerdings erhält man auch einen Nachteil, wenn man vergisst, in seiner Schussphase eine Einheit schießen zu lassen, den Psibuff vergisst auszuwürfeln, das Zurückspringen seiner Krisis verbaselt hat etc. Nette Gegenspieler könnten bei Vergesslichen das Drücken der Schachuhr nachholen lassen und ihm eine Zeitgutschrift einräumen. Möglich ist dies. Allerdings muss ich sagen: Nicht überall im Turnierspiel lässt man nachträglich Aktionen zu. Der Vergessliche hat manchmal einfach Pech gehabt und wird hoffentlich aus seinem Fehler lernen. Wir reden vom Turnierspiel, nicht von der Bier- und Bretzelparty.

 

  • Es verlangsamt das Spiel

Hier wird zu gerne überdramatisiert. Das Drücken einer Schachuhr kostet etwa 2sec (die Bewegung zur Uhr mitgerechnet). Das geschickte Platzieren der Uhr in die Nähe der Schlacht reduziert diese Zeit nochmals. Eine einzige Raucher- oder Pinkelpause nimmt mehr Zeit in Anspruch als die Bedienung der Schachuhr für das ganze Spiel. Außerdem sind beide Spieler betroffen, so what?

 

  • Der Gegner agiere ständig in der eigenen Zeit (Schutzwürfe, Nachrückbewegungen, Soulburst-Aktionen, Verluste entfernen etc.), so dass dieser, nicht nur aufgrund Bösartigkeit, auf fremde Zeit spielen könne mit fatalen Folgen für seinen Gegner.

Als Blitzschachspieler (5min Zeit oder auch 1min plus 2sec pro Zug) habe ich die Erfahrung gemacht, dass das Drücken der Uhr – ein wenig Training mit der Schachuhr vorausgesetzt – sein Spiel nicht wesentlich verlangsamt. Hier ist jeder selbst in der Beurteilung der Lage gefordert und sollte entsprechend handeln. Wenn ich mit meinen fünf Skitarii 4 Wunden verursacht habe, lasse ich den Gegner schnell die vier Schutzwürfe für seine Marines machen, auch auf meiner Zeit. Ist doch gar kein Act. Wenn ich allerdings der Multi-Character-Unit 25 Wunden reindrücke, bei denen der Gegner Look out Sir, verschiedene Schutzwürfe, Feel no pain auswürfeln müsste, dann würde ich die Schachuhr drücken und damit den Gegner auffordern, ein wenig Gas zu geben, um schnell wieder die Schachuhr zu drücken. Jeder von uns hatte schon mal einen Experten an der Platte, der plötzlich anfing, die von mir angesprochenen 25 Schutzwürfe genüsslich mit Einzelwürfen auszuwürfeln. Kann er ja gerne tun, aber bitteschön nicht auf meine Zeit.

Und sind wir mal ehrlich: Wenn die Ynnari jetzt schon doppelt so viele Aktionen pro Spielzug durchführen dürfen als früher die Eldar, nämlich auch in meiner Runde handeln, warum bitteschön sollte das auf meine Zeit geschehen?

Hier kann der Leser meines Ynnari-Artikels erkennen, worauf ich hinaus wollte im letzten Artikel, als ich von Zeit als Faktor im Spiel sprach.

 

  • Man würde als Massen-Armee Spieler benachteiligt. Schließlich müsse man viel mehr Figuren bewegen. Die Einführung der Schachuhr würde die Vielfalt der Listen einschränken.

Hier kann ich nur immer wieder auf PhiSt verweisen, der jahrelang mit Masse-Orks auf allerhöchstem Niveau (ETC) gespielt hat und bei dem ich mich beim besten Willen nicht erinnern kann, dass er überzogen hätte. Fragt mal Kiranor, der zur Zeit mit Masse-Tyras unterwegs ist, ob bei ihm die Zeit einen größeren Faktor spielen würde als bei seinem Tau-Gegenspieler? Bei Massearmeen ist meist ein Faktor im Spiel eingeschränkt. Man muss nicht zaubern, oder schießen. Man geht nach vorne, rennt noch, Feierabend.

Meine These: Kleine Armeen mit Synergien brauchen mehr Zeit im Spiel als Massearmeen. Doch selbst, wenn das Spielen mit Massearmeen mehr Zeit verbrauchen sollte, verstehe ich beim besten Willen nicht, warum diese Spieler zeitlich bevorzugt werden sollten. Massenarmeen haben grad in den ersten Spielzügen klare Vorteile gegenüber kleinen, elitären Armeen, das liegt am Field-Control. Am Anfang sitzen selbst Orks sicher auf den Markern, etwas, dass sich im Laufe des Spieles aber ändert. Man beobachte das Spiel Denis Müller gegen Jan Heidrich auf dem MoB, in dem der Eldar viel mehr Figuren auf der Platte hatte und deswegen am Anfang einfacher Missionen holen konnte. Dämonen brauchen Zeit (zum Beschwören, Töten), um sich auszuwirken. Ich hoffe, dass dieses Beispiel verdeutlicht, dass jedem an der Platte die gleiche Zeit eingeräumt werden sollte.

 

Vorteile bei Einführung der Schachuhr

Der wichtigste Grund aus Sicht eines Turnierspielers ist, dass kein Zeitspiel mehr möglich ist. Außerdem kann niemanden mehr fälschlicherweise vorgeworfen werden, Zeitspiel zu begehen. Ich denke, dies muss ich nicht weiter ausführen. Wir alle kennen unsere Spezialisten, die fast nie rechtzeitig fertig werden und man das schale Gefühl nicht los wird, dass dieser das Spiel absichtlich verzögert hat, um in einem Missmatch noch ein paar Punkte mitnehmen zu können.

Ein weiterer Grund besteht darin, dass die Orgas entlastet werden und zwar in zweierlei Hinsicht: Sie müssen zum Einen dem „Zeitspieler“ nicht auf die Finger gucken, in ermahnen, mit gelben Karten bestrafen oder Schärferes und zum Anderen sind Spiele definitiv nach der vorgegebenen Zeit fertig, weil ansonsten mindestens ein Blättchen an der Schachuhr gefallen sein wird. Spieler sind gezwungen, rechtzeitig fertig zu sein, weil ansonsten ihre Zeit abgelaufen ist und sie automatisch verlieren.

 

Umsetzung der Idee

Schachuhren kosten kein Vermögen. Egal, ob digital oder analog, solch eine Uhr ist heutzutage für unter 20 Euro zu erhalten (kosten also weniger als ein Trupp Space Marines):

https://www.amazon.de/s/?ie=UTF8&keywords=schachuhren&tag=googhydr08-21&index=aps&hvadid=182981064604&hvpos=1t1&hvnetw=g&hvrand=4299282649073852605&hvpone=&hvptwo=&hvqmt=b&hvdev=c&hvdvcmdl=&hvlocint=&hvlocphy=1004597&hvtargid=kwd-45876831&ref=pd_sl_blizqxoyt_b

 

Mein Vorschlag zur Umsetzung am Beispiel eines 3h Spieles:

Die Spieler treffen sich an der Platte, besprechen das Gelände, würfeln um die Marker und setzen diese. Dann wird um Seitenwahl und anschließend um die Wahl gewürfelt, wer als Erster aufbauen darf.

Dann wird berechnet, wie viel Zeit noch bis Abgabeschluss der Ergebnisse verbleibt und jeder erhält 50% der Zeitspanne.

Nun wird die Uhr eingestellt und die Zeit beginnt für denjenigen zu laufen, der als erstes aufbaut.

Wenn er fertig aufgebaut hat, drückt er die Uhr, der andere baut auf. Anschließend drückt er die Uhr. Man würfelt um die Infiltratoren und derjenige, der nicht als erstes aufbaut, drückt die Uhr. Und so weiter und so fort.

 

Sollte bei einem die Uhr abgelaufen sein, darf er keine Aktionen mehr durchführen. Er gilt als ausgelöscht (siehe Auswirkung bei den TTM Regeln für Ausgelöscht) und der andere darf seinen Spielerzug noch zu Ende spielen. Dann wird abgerechnet.

 

Natürlich können sich in Zeiten von Zeitnot oder bei eindeutigem Ergebnis für beide Spieler die Recken auch dafür entscheiden, das Spiel zu beenden.

Resümee

Wie man aus dem Artikel klar heraus lesen kann, bin ich absolut für die Einführung der Schachuhr, da sie das Spiel für Beide fairer macht und um eine weitere, wichtige Komponente der geistigen Auseinandersetzung bereichert.

 

Euer Engelshäubchen

 

PS: Ich bin im übrigen dankbar für Ideen, was Ihr denn gerne lesen wollt. Schreibt mir doch einfach und schlagt vor, worüber Euer 40k Professor eine Vorlesung halten soll 😀

 

PPS: Ich danke Bentagon für das eigens für meine Artikelserie gestaltete Logo. Bin ich sehr stolz drauf J

11 Gedanken zu „ZEITSPIEL IM 40K

  1. Ich halte nach wie vor die Assymmetrie des Spiels für einen entscheidenden Faktor, der gegen Schachuhren spricht. Der sinnvollere Weg wäre es, die Punktgrößen zu reduzieren und die Spielzeit zu erhöhen. Als Massenarmeespieler kann ich zwar bestätigen, dass man auch 180 Orks über 6 Runden bringen kann, dies geht aber erheblich zu Lasten des eigenen Stellungsspiels – es bleibt eben nicht die Zeit, die Modelle taktisch perfekt zu positionieren, mit genau den richtigen Entfernungen zu den Markern, schablonenoptimierter Aufstellung, perfekter Positionierung der CM für Look out und evtl. NK etc. Ich bekomme also nur wegen meiner Armeewahl erstmal einen Nachteil. Wenn mein Gegner meint, er hätte einen Nachteil, weil ich evtl. mehr Spielzeit in Anspruch nehme, ist die einzig gerechte Vorgehensweise, beiden Spielern genug Zeit zu geben (und somit also entweder die Spielzeit zu erhöhen oder die Modellanzahl zu reduzieren). Alles andere benachteiligt immer eine Seite, egal wie Du es drehst und wendest. Oder anders gesagt: Schachuhren werden dazu führen, dass Hordenkonzepte nur noch von den absoluten Pros gespielt werden und werden zu einer weiteren Verflachung der Armeevielfalt führen. Zusammen mit den Ergebnissen der Community-Umfrage und diversen (zwar nachvollziehbaren und in sich schlüssig/ konsequenten) FAQ-Entscheidungen der Orga wird das zu mehr Eldar/ Tau/ Dosen führen und “Exoten” noch weiter marginalisieren, als das bisher schon der Fall ist.
    Angesichts der wohl in Kürze bevorstehenden 8. Edi ist aber aktuell jede weitere Diskussion diesbezüglich etwas müßig; falls nach Releasewechsel weiterhin der Bedarf bestehen sollte, müsste man das halt in der nächsten Community-Umfrage anbringen (am besten als Wahl zwischen “viele Punkte mit Schachuhr” oder “weniger Punkte ohne Schachuhr”).

  2. Edit:
    Was ich auch für problematisch halte, ist, dass Du erst die Zeit ab Spielbeginn aufteilen möchtest. Ein Dämon, der 20 min Geschenke und Psikräfte würfelt, erhält dafür also keinen Nachteil, ein Ork, der das alles nicht hat, aber eben dtl. länger für Aufstellung und Bewegung braucht, aber schon? Wenn dann Zeitteilung, sobald man den ersten Würfelwurf wirft… Dann überlegt auch nicht ein Spieler länger, wo genau er den Marker setzt etc.

  3. Hallo Makari, danke für Deinen Kommentar.
    Mehr Zeit für beide Spieler wäre natürlich die Ideallösung, so dass man immer ein Spiel richtig toll ausspielen kann, aber….
    …aber ich spreche halt vom Turnierspiel bei 1850 Punkten. Die Reduzierung auf 1650 Punkten könnte das Problem des Zeitspiels reduzieren, aber nicht gänzlich aufheben. Da habe ich bereits einschlägige Erfahrungen sammeln dürfen.

    Was die Dämonengeschenke/ Psikräfte usw. angeht: Völlig d´accord, das muss natürlich auf die Zeit des Dämonen gehen, ohne wenn und aber.

  4. Ich denke dass eine Schachuhr einen verheerenden Effekt auf Turnierneulinge haben würde. Wer einmal von einem Prospieler “getimed” worden ist, wird noch weniger Lust haben wiederzukommen, als das beim “tablen” schon der Fall ist. Und ein weiterer Grund der gegen die Schachuhr spricht, ist einfach die große Anzahl der Interaktionen pro Runde. Bei jedem Schutzwurf, oder bei jeder Attacke in der Kampfunterphase müsste die Uhr betätigt werden (2x pro Ini Schritt). Ich halte das für sehr umständlich. 40K ist einfach wesentlich komplexer als Schach, zumindest was die Spielregeln und die physischen Handlungen der Spieler pro Runde angeht. Ich denke auch, dass man, sollte die Komplexität auch in der 8. so hoch bleiben bzw. weiter zunehmen sollte, die Punkte für das Turnierspiel reduzieren, oder die Zeit auf 3,5 oder 4 Stunden erhöhen sollte.

  5. Die Schachuhr hat viele Pros und Cons.
    Wenn man sich tatsächlich dafür entscheidet diese zu nutzen, sollten allerdings noch mehr Faktoren in Betracht gezogen werden und ein entsprechendes System ausgeglügelt werden und kein einfaches deine Zeit ist um du hast verloren.

    Die von dir genannten 2sec um die Uhr zu drücken sind leider auch teils problematisch. Nicht überall ist Platz für das grute Stück um sie für beide Spieler gut erreichbar aufzustellen.
    Im Gegensatz zum Schach wo man mit einer Hand spielt und der anderen die Uhr drückt während man vor dem Brett sitzt, steht man irgendwo oder läuft durch die Gegend um Modelle zu bewegen, Sichtlinien zu prüfen etc. und benutzt vor allem fast immer (messen, bewegen, würfeln) beide Hände!
    Je öfter ich die Uhr drücken muss, desto mehr Zeit geht verloren. Durch viel Übung geht der Vorgang natürlich schneller aber benachteiligt alljene die neben Beruf, Familie anderen Hobbies und bemalen der Armee jetzt nicht so viel Zeit haben auf Routine mit der Schachuhr zu trainieren.

    Ein weiteres Problem sehe ich im großen Spektrum wie man die Schachuhr ausnutzen kann.
    Jemand der unabsichtlich langsam spielt wird einen Zahn zulegen wenn man darauf hinweist.
    Denjenigen, die absichtlich Zeitspiel betreiben, und vor denen man sich durch die Einführung der Schachuhr schützen möchte öffnet man hiermit allerdings alle Türen.
    Es gibt leider unglaublich viele Wege um sich Vorteile zu erschaffen, welche ich aber nicht aufzählen möchte um keine falschen Ideen zu fördern.

    Stattdessen noch einige konstruktive Denkanreize und Beispiele wie man im Fall der Fälle meiner Meinung nach mit dem “time out” umgehen könnte:

    ~Die Zeit wird 50:50 aufgeteilt und wenn ein Spieler keine Zeit mehr über hat, bekommt er für weitere Spielerzüge nurnoch 5 Minuten und kann nach diesen 5 Minuten keine weitere Aktion durchführen.
    // Die 5min sind ein Beispiel und geben einem zumindest die Chance etwas zu agieren, wenn auch eingeschränkt.

    ~Die Zeit wird 50:50 aufgeteil und jeder spielt bis zur fünften Runde mit seinem eigenem “Zeitkonto”.
    Ab der fünften Runde gibt es keine Beschränkungen mehr und beide SPieler nutzen gemeinsam die Restzeit.
    // Es sollte ein Mindestanspruch an die Spieler und ihre Armeen sein 5 Runden zu schaffen.
    Einer der Spieler bleibtansonsten z.B. komplett in Reserve oder hat ein ausgeklügeltes Zeitmanagement Armeekonzept und dreht ein 2:18 in ein 20:0 herum indem es in die 7. Runde geht und der Gegner einfach nur beschäftigt wird.

  6. Also mal ganz davon ab das ich das merkwürdig finden würde bzw. es mindestens so viele Probleme aufschmeißt wie löst und deswegen nicht wirklich besser macht (Ich hab keine Zeit mehr, ok kann ich NK rechts links x-Y nicht machen und stehe weiterhin ewig mit meinem OBs am Maker, kann nicht beschossen werden und halte.. halte halte…)
    sage ich es liegt meiner Meinung nach eher an den Punkten und der Komplexität die 40k Mittlerweile hat, denn es liegt teilweise (nicht immer klar) nicht an dem EINEN Spieler sondern an den Situationen mit den Dröllmillionen Sonderregeln dieser und jener Einheit die in diesem und jenem Situation im NK z.B. verschickt sind und man erst mal als (nicht absolut TOP 10 TTM Spieler und das sind nun mahl 90%++) durchsteigen muss was man wie machen möchte/kann/muss…
    ABER: Alles das könnte ja tatsächlich in einigen Monate obsolet sein … (und was ich an ersten Dingen gehört habe… ohh ja wird einiges davon Obsolet . 😉 )

  7. Die Hobbyisten die mich kennen, wissen dass ich z. B. nicht der schnellste Spieler bin. Die meisten Spiele ist dies aber zu meinem Nachteil, wie ich es am Wochenende in Gelsenkirchen wieder gemerkt habe. Leider kann ich mein Zeitspiel in der Freizeit nicht trainieren, da ich die Zeit für Testspiele kaum habe, noch kaum aktive Turnierspieler im näheren Umfeld sind. Ich arbeite von Turnier an Turnier daran, um bei folgenden Turnieren noch schneller zu werden. (Bsp. Drohnen an Stäben der Bases festkleben.
    Mit meiner aktuellen Farsight Enclaves Liste habe ich in meinen Spielerzügen 3 Bewegungsphasen, fast immer Reserven, viel Beschuss (Würfelwürfe) mir rerolls und Sonderregeln über Sonderregeln. Ich gebe da mein bestes, um das immer besser zu beherrschen um mehr Züge zu schaffen.
    Würde das mit der Schachuhr kommen, würde ich meine Liste einfacher gestalten. Z.b. Hunter Cadre raus und Riptide Wing rein, dann spiele ich auch die “Standard – Harten – Listen” wie viele andere Turnierspieler, was eig. nicht mein Konzept ist, aber ich so deutlich schneller die Spiele bestreiten würde.

    Abschließend möchte ich erwähnen, dass ich es gut finde, dass was gesucht wird, damit die Spieler wenigstens ihre 5 Runden durch bekommen. Ist z. Z. nicht einfach bei der Spielzeit und den Punkten. In den Turnieren 2017 wo ich dabei war, habe ich bei den meisten Spielen (nicht nur eigene) mitbekommen, dass nur 3 oder 4 Runden geschafft wurden.

  8. Also ich bin ein klarer befürworter für die schachuhr.
    Andererseits könnte mann das Problem mit der zeit auch anders entschärfen. Mehr Spielzeit und/oder weniger Punkte. Beides sollte aber die Nutzung der schachuhr nicht verhindern.
    Das Argument ,das massenarmeen von Grund auf benachteiligt wären zieht in meinen Augen auch nicht. Wenn mann sowas spielt sollte mann es grundsätzlich auch in der zeit beherrschen.
    In meinen Augen gibt es nix böderes, als das ein Spiel wegen der Zeit beendet werden muss.
    Noch ein Vorschlag zum Umgang wenn die Zeit abgelaufen ist.
    Der jenige darf nur noch auf erzwungene Aktionen reagieren, schutzwürfe oder Moral zum beispiel, und fluchtbewegungen. Keine Bewegung, psi, oder Schuß-oder nahkampf Phase.
    Noch mal ,ich bin pro schachuhr! 😉
    Grüße

  9. Gibt es Erfahrungswerte mit Schachuhren?

    Was Spielzeit und Armeegröße (Punkte, nicht Modelle) betrifft bin ich zu dem Schluss gekommen das selbst 1500p auf 3 Std. nicht funktioniert wenn nicht beide Spieler regelsichern sind, ihre Kodexe kennen und zügig durchschauen wie verschiedene Sonderegeln in bestimmten Situationen interaggieren und unentschlossen am Tisch handeln (ich lege meine Psikräfte bereits fest wenn der Mitspieler mit seiner Bewegungsphase durch ist und warte nicht bis zu meiner Psipahse ab und guck dann erstmal alle 20+ Karten durch).
    Auch wenn ich meinem Mitspieler eine Menge erklären muss zu meiner Liste weil Sonderregeln gestaplet werden (z.B. Khorne Daemonkinh Herold und Hunde + Alpha-Legion-Biker-Lord [Geistesschleier] + zwei Hexer [Unsichtbar, Seelentausch, verdrehtes Schicksal] ohne Mal wo noch ein Worls Eaters [Talisman] Lord drin steckt).

    Wichtig ist auch die Vorbereitung, also alles was läuft bevor ich am Turnier ankomme. Wer meine Listen schonmal gesehen hat weiß was ich meine (da sind alle Profilwerte, Regeln und Sonderregeln in Kurzschrift drauf um in Büchern suchen zu minimieren).

    Aus eigener Erfahrung (mit einer Magnus-Beschwörer-Liste) kann ich sagen das geht ohne Probleme innerhalb der 3 Std..
    Diese Saison hab ich acht TTM-Spiele damit gemacht und bin in fünf Matches min. bis in die 5.Runde gekommen, drei davon gingen in die 6.Runde und eins in die 7.Runde. Drei matches davon waren nach 2,5 Std. nach der 6.Runde beendet.
    Die Mitspieler hatten ein Death Guard Vectorium (alles FnP + rerolls), eine Gladius Strike Force (vier Runde Doktrinen –> rerolls), Dark Angels (Ravenwing + Darkshroud –> rerolls), einmal Eldar und einmal Eldau.
    Ich hab 20 Psistufen gehabt und fast 30 Psikräfte (über Chaos Fokus). Die Psiphase war bei mir ausufernd, dafür hab ich mich fast nicht bewegt (3 fliegende MC), keine Schusswaffenb gehabt und angreifen vor der 3.Runde war auch nie geplant.

    Die drei anderen Spiele waren nunja… ein Wiedereinsteiger mit vier Spielen in der aktuellen Edi mit Dark Angels (da hab ich dann regeltechnisch nachgeholfen, es wurde mit Mühe und Not die 4.Runde beendet), einmal gegen eine Imp-Panzer-Liste (nach der 2.Runde waren noch 20min übrig, der Mitspieler hat sich in Slowmo bewegt und musste viel auf seinem veralteten Tablet nachschlagen da er seine eigenen Regel nicht kannte) umd eine Schlafmütze die auf einmal noch eine 4.Runde wollte in den letzten 10min (weil er gesehen hat das es zum Sieg reicht).

  10. Ich finde diese ganze Diskussion um Schachuhren einfach nur unnötig und dumm.
    Für mich ist auch ein Turnier eine Hobbyveranstaltung und nicht primär ein kompitetiver Wettkampf. Die besten Spiele auf Turniere sind einfach auch die, bei denen man Zeit mit seinem gegenüber über das Spiel zu reden, lustige Geschichten zu erzählen und auch nicht alles ordentlich durchtimen zu müssen.
    Finde mit der Einführung von solchen Dingen geht also viel zu sehr der Hobby Gedanke verloren.

  11. Ich bin etwas irritiert. Ich persönlich bin kein Turnierspieler. Wenn ich jedoch in einen Wettbewerb gehe dann sollten doch die Chancen gleich verteilt sein? Das beziehe ich auch auf die Zeit. Im Freundeskreis haben wir Turniere gespielt mit Schachuhren. Ich finde das eine faire Lösung für beide Spieler. Jeder hat sein Zeitkontigent und wer es verbraucht hat, hat Pech gehabt. Wenn ich beispielsweise auf ein Turnier mit 1850 Punkten gehen würde, wüsste ich schon, dass mir ruck zuck die Zeit ausgeht, weil ich nicht der schnellste Spieler bin. Und das fände ich auch in Ordnung.

    Beim Schach käme auch keiner auf die Idee zu sagen: “Hey, für diesen Zug brauch ich ein bisschen länger, ist okay, oder?”

    Übrigens, eine Schachuhrapp auf dem Handy tut es auch, noch weniger Platz, keine zusätzlichen Aussgaben.

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